Visionssuche/ Vision Quest

Vision Quest (dt.: Visionssuche) ist ein uraltes Übergangs- oder Initiationsritual. Übergangsrituale waren und sind weltweit in allen Kulturen bekannt. Es geht dabei darum, nach intensiver Vorbereitung, mehrere Tage und Nächte alleine, ohne Schutz und Nahrung in der Natur zu verbringen. Die Erlebnisse werden nach der Rückkehr in gemeinsamer Runde erzählt und von den VisionssucheleiterInnen „gespiegelt“. Als Initiationsritual kann damit der Übergang von der Jugend ins reife Erwachsenenalter markiert werden. Als Übergangsritual von einer Lebensphase in eine nächste bietet es Menschen allen Alters die Möglichkeit diese Übergänge bewusst, kraftvoll und tragend zu gestalten.

Vision Quest ist ein uralter, von nordamerikanischen Indianderstämmen tradierter Übergangsritus. Er wurde vor etwa 30 Jahren von dem Ehepaar Foster und Little (USA) für unsere Zeit und unsere Kultur wiederentdeckt. Ein jedes Übergangsritual weltweit folgt dem gleichen Schema von Ablösungszeit, Schwellenphase und Wiedereingliederung. Im Heldenmythos, in Märchen, alten Liedern und Sagen werden die tiefen Wurzeln von Übergangsriten in unserer Gesellschaft sichtbar. Zeitliche und kulturelle Grenzen lösen sich darin auf.

Das Ritual setzt sich zusammen aus einer intensiven Vor- und Nachbereitungszeit und einer „Schwellenzeit“, in der es darum geht, mehrere Tage und Nächte alleine, fastend, draußen in der Natur zu verbringen. Die Natur ist hierbei sowohl persönlicher Innen-Raum, als auch Spiegel in den der/die Visonssuchende schauen kann. Sie bietet Stille, Zeichen, Herausforderung, Tiefe, Licht und Dunkelheit. Es bedarf einigen Mutes, die Schwelle zu überschreiten und hinaus zu gehen, doch ebenso wie der Held oder die Heldin im Märchen, werden auch wir reich beschenkt zurückkehren. Vision Quest bietet als Übergangsritual eine Unterstützung für Menschen, die sich an einem Wendepunkt in ihrem Leben befinden oder die einfach zu einem bestimmten Zeitpunkt innehalten, in sich hineinhorchen und neu hinschauen wollen

Als Initiationsritual kann damit der Übergang von der Jugend ins reife Erwachsenenalter markiert werden. Als Übergangsritual von einer Lebensphase in eine nächste bietet es Menschen allen Alters die Möglichkeit diese Veränderung bewusst, kraftvoll und tragend zu gestalten. Übergänge können sich aus dem biologischen Lebensalter ergeben, ebenso aber auch aus den sozialen Lebensabschnitten wie Beginn oder Ende einer Partnerschaft, Eintritt in oder Austritt aus dem Berufsleben, berufliche Neuorientierung, oder auch durch Krisen wie Krankheit oder Tod naher Menschen. In diesem kraftvollen Ritual kann Altes sterben und das Neue, von dem wir nur ahnen, dass es bereits reif in uns ruht, in unser Leben hineingeboren werden.

In der Vorbereitung wird die Absicht geklärt, warum ich mich für mehrere Tage alleine und fastend hinaus begeben möchte in die Natur. Dies wird unterstützt durch Naturaufgaben, die gleichzeitig mit einer besonderen Art der Begegnung mit der Natur und dadurch mit mir selbst vertraut machen. Außerdem gibt es eine Einführung zu allem, was die Sicherheit und praktische Fertigkeiten in diesem Kontext verlangen. Die Schwellenzeit, das ist die Zeit, alleine in der Natur dauert zwischen zwei und vier Tagen. Sie ist geprägt von den drei Tabus: keine Nahrung, keine Begleitung und keine Behausung. In der Nachbereitung spielen das Erzählen und das Spiegeln der Geschichte eine wichtige Rolle. Das Spiegeln ist eine besondere Technik, bei der es darum geht, das Erlebte von außen zu betrachten und es so in den persönlichen Zusammenhang besser einordnen zu können.

Aus einer Vision Quest gehen wir nicht nur persönlich reich beschenkt hervor sondern wir bringen auch immer reiche Gaben für unsere Gemeinschaft mit.

Vision Quest ist ein unglaublich wirkungsstarkes Ritual, um die Persönlichkeit eines Menschen an der Schwelle eines Lebensübergangs vorwärts zu tragen. Es ist aber auch gleichzeitig ein Ritual, das hilft, die Gemeinschaft zu stabilisieren.