Primärerlebnisse

Primärerfahrungen...

 

Erlebnispädagogik schafft Primärerlebnisse. Dies bedeutet, Erlebnisse werden nicht via Bildschirm, Computer oder anderer generierender Medien konsumiert, sondern werden zu eigenen Erlebnissen und Erfahrungen! Das Laufen ohne Schuhe über eine feuchte Wiese, direkte Kommunikation mit dem gegenüber, das Erleben von Angst, Dunkelheit, Vertrauen, Mut , Gefahr, Verantwortung und unmittelbare und echte Auswirkungen des eigenen handelns und Tuns machen Erlebnispädagogik aus...

 

Dazu ein Artikel aus wissenschaft.de 19.10.2010

Durch die Medien abgebrüht

Brutale Medieninhalte dämpfen Reaktionen von Teenager auf Gewaltdarstellungen
Gewalt in Filmsequenzen lässt Teenager tatsächlich emotional abstumpfen. Diese bereits häufig geäußerte Vermutung haben US-amerikanische Forscher jetzt direkt durch die Messung der Hirnaktivität nachweisen können. Sie untersuchten die Reaktionen männlicher Jugendlicher zwischen 14 und 17 Jahren auf mediale Gewalt. Ergebnis: Je länger die Jugendlichen die Gewaltszenen während der Tests ansahen, desto geringer fielen auch die Reaktionen in einer Hirnregion aus, die mit der Verarbeitung von Emotionen verknüpft ist. Die Forscher konnten auch zeigen, dass die Testteilnehmer, die Befragungen zufolge in ihrem täglichen Leben viel mediale Gewalt konsumieren, generell weniger emotional auf Gewaltszenen reagieren.

Für ihre Studie untersuchten die Forscher 22 männliche Jugendliche. Jeder sah sich zufällige Folgen kurzer Videoclips von Gewaltszenen an - beispielsweise Faustkämpfe oder Ausschreitungen in Sportstadien. Die Forscher ordneten diesen Szenen drei verschiede Intensitätsstufen der Gewaltdarstellung zu. Nach jeder Filmsequenz drückten die Probanden einen Knopf, mit dem sie beurteilten, ob sie das Gesehene als mehr oder weniger brutal empfunden hatten als den Clip zuvor. Gleichzeitig wurde ihre Gehirnaktivität mittels der funktionellen Magnetresonanztomographie aufgezeichnet und zusätzlich über Elektroden der Hautwiderstand an den Fingern gemessen, um eine weitere Möglichkeit der Erfassung von Emotionsregungen einzubeziehen.

Durch die Gewaltszenen beeinflusst wurde vor allem der sogenannte Laterale Orbitofrontaler Cortex, eine Hirnregion, der eine Funktion bei der Verarbeitung von Emotionen zugeschrieben wird: Ihre Reaktion auf die Gewaltszenen nahm immer weiter ab, je mehr Videos die Probanden ansahen. Das galt insbesondere für die Videoclips mit der höchsten Stufe an Gewalt. Die Ergebnisse der Messungen des Hautwiderstandes und die persönlichen Beurteilungen der Probanden deuteten ebenfalls auf einen gewissen Abstumpfungseffekt hin. Darüber hinaus spiegelten auch die Resultate einer Befragung zu den Mediengewohnheiten der Jugendlichen den Zusammenhang wider: Diejenigen, die nach ihren eigenen Aussagen mehr mit Gewalt im Fernsehen oder auch in Videospielen konfrontiert waren, wiesen auch schwächere emotionale Reaktionen in den Tests auf.

Den Forschern zufolge ist dieses Ergebnis besonders bedenklich, da es sich um Heranwachsende handelt, deren Gehirn sich noch in der Entwicklung befindet. Daher könnte sich ihr Verhalten dauerhaft verändern, glauben die Forscher: "Die starke Konfrontation von Jugendlichen mit Gewalt in den Medien könnte unseren Ergebnissen zufolge die Heranwachsenden zu gewaltbereiteren Menschen machen", resümiert Jordan Grafman von den National Institutes of Health in Bethesda.

Jordan Grafman (National Institutes of Health, Bethesda) et al.: Social Cognitive and Affective Neuroscience, Onlinevorabveröffentlichung, doi: 10.1093/scan/nsq079
dapd/wissenschaft.de – Martin Vieweg

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