Perturbation

 

Der Begriff Perturbation entstammt dem Jargon der beiden Neurobiologen Maturana und Varela aus dem Buch „Der Baum der Erkenntnis“ und bezeichnet einen Strukturwandel auslösenden Reiz aus dem Umfeld, dem Milieu eines Systems (Mensch!).

Perturbationen können entweder einen Strukturwandel  hervorrufen, die eine Veränderung des Systems herbeiführt, ohne dass dessen Organisation aufgelöst wird, oder aber einen destruktiven Strukturwandel bis hin zur Zerstörung des Systems bewirken.
So ist ein Zusammenstoß von einem Auto und einen Panzer eine sehr wohl destruktive Interaktion für das Auto, für den Panzer jedoch lediglich eine relativ „harmlose“ Perturbation.

Perturbation in der Erlebnispädagogik
In der Erlebnispädagogik bezeichnen wir mit Perturbation das „Aufwirbeln“  oder „Aufrütteln“ der gegebenen Strukturen eines Menschen oder einer Gruppe. Es wird ein Reiz, eine Provokation oder eine „Störung“ gesetzt, der dazu führt, dass vorhandene Strukturen durcheinander gebracht werden und sich revidieren oder neu organisieren.  Bisherige, vielleicht unhinterfragt bestehende Ansichten, Lebensweisen etc. kommen plötzlich in den Fokus und müssen sich erneut bewähren. Gleich einer eingestürzten Mauer werden die Steine wieder aufeinander geschichtet. Manche an dem gleichen Platz wie vorher, einige an einem neuen Platz, andere werden aussortiert.

Frei Übersetzt könnte man Perturbationen also als herausfordernde Denk- und Handlungsanstöße bezeichnen, die so dosiert sind, dass sie bewegen, aber nicht verletzen.

Siehe auch: http://de.wikipedia.org/wiki/Perturbation