Geschichte der Erlebnispädagogik

Johan Amos Comenius

Eigentlich könnte unser Curriculum zur Ausbildung Erlebnispädagogik immer schön mit einer ersten Aufarbeitung der Geschichte der Erlebnispädagogik beginnen, um den Teilnehmenden eine Grundlagenbasis zu geben. Doch erstens "geben" wir in der Fortbildung nix (wir "offerieren" allerhöchstens:-). Und zweitens erachten wir die Geschichte der Erlebnispädagogik als nicht so super wichtig für unsere aktuelle EP (sorry Kurt)!
Beim zweiten Bier am Lagerfeuer flüstern wir sogar besserwisserisch in die Runde: "Kurt Hahn wird überbewertet..." (Gleich nachgeschoben: In nüchternem Zustand ist es eines unserer Postulate gar niemanden zu "bewerten". Aber die Drogen halt...)
Mal ein erster Wurf (bunt gemischt) von Wurzeln, Namen, Strängen, Bewegungen, Gründen die vielleicht die Spur legen:
Rousseau, Pestalozzi, Comenius, Piaget, Romantik, Baden Powell/ Pfadfinder, Dewey, Kerschensteiner, Thoreau, Reformpädagogik, Landerziehungsheime, Wandervogel, Jugendbewegung, YMCA, Kurt Hahn (natürlich!), Outward-Bound, Humanistische Psychologie/ Ruth Cohn, Steiner, Montessori,...
Zu erkennen ist wohl, dass die Erlebnispädagogik (und deren Vorläufer und Mitläufer) oftmals als Gegenentwurf zu tradierten Bildungs-,Schul- oder pädagogischen Modellen entstanden ist. Unzufriedenheit dort ließ kreative, neue Erlebnisräume entstehen!
Das ist unserer Meinung nach mit die wichtigste Botschaft, welche uns die Geschichte der Erlebnispädagogik schenken kann. Denn auch in unserer Gegenwart kann die Erlebnispädagogik (und natürlich auch andere innovative Konzepte) sozusagen als außerpädagogische Opposition die Dinge ein wenig anders sehen und vor allem tun. Beispielsweise ist es eine Freude zu sehen, wie leicht ein systemisches Denken von vielen (post-) modernen ErlebnispädagogInnen in ihrer Arbeit integriert werden kann, während nach wie vor der Schulalltag nicht selten in linear-kausalen Leidenswegen begangen wird.
Zum Schluss nochmals zum Anfang und noch eins vor Comenius. Sucht noch jemand ein Diplomarbeitsthema?: "Die Pädagogik der indigenen Völker und ihre Bedeutung für die aktuelle Erlebnispädagogik" (oder gibts die Arbeit schon? Dann schauen wir da gerne mal rein!)